Zeitgeist bestimmt die Innengestaltung

1912

Kirche-1912

Im Laufe der Jahrzehnte gab es erhebliche Veränderungen auch im Altarbereich der St. Laurentius- Kirche. Zur Weihe im Jahr 1902 waren die Wände von St. Laurentius aus finanziellen Gründen noch weiß getüncht worden. Erst 1912 gab eine Ausmalung dem Innenraum eine ornamentale Prägung.

1955

Dieses Foto entstand im Mai 1955, und zwar während einer Trauung durch Pfarrer Antonius Wittenbrink.
Am Hochaltar aus dem Jahr 1902 wurde die heilige Messe nach dem römischen Messbuch zelebriert, das Papst Pius V. nach dem Konzil von Trient eingeführt hatte. Priester und Gemeindemitglieder feierten die alte tridentinische Messe, deren Sprache überwiegend Latein war, in der sog. Prozessionsordnung, d. h. gemeinsam mit dem Gesicht zum Altar.

Kirche-1955

1960

Kirche-1960

Ende der fünfziger Jahre begannen die Bemühungen, den "Kitsch" der Innengestaltung zu beseitigen und die althergebrachte Ausstattung durch zeitgenössische Motive zu ersetzen. Die drei Altarfenster wurden 1960 zugemauert und deren Platz nahm das meterhohe Fresko "Christus der Allherrscher" von Georg Nawroth ein, einem Künstler aus Görlitz. Der Kunsthistoriker Nawroth gestaltete auch in den Seitenschiffen die Fresken, die ebenfalls an vergrößerte mittelalterliche Miniaturen erinnerten. Im linken Seitenschiff war "Maria, die Mutter Jesu" dargestellt, im rechten Seitenschiff war "St. Laurentius, der Kirchenpatron" zu sehen.
1988 "gingen die Fresken bei Renovierungsarbeiten verloren" hieß es - im Klartext bedeutete das: Sie wurden mit der Putzschicht abgeschlagen.

Am 21. Dezember 1960 feierte Pfarrer Antonius Wittenbrink in der umgestalteten Kirche sein silbernes Priesterjubiläum. Ein Steinaltar ersetzte den alten Hochaltar mit den Statuen der Evangelisten. Der Tabernakel stand wie bisher in der Mitte des Altars, an dem die Messe im alten römischen Ritus gefeiert wurde. Anstelle der ornamentalen Ausmalung waren die Wände in einem schlichten Weiß gehalten.

Kirche-1960

1983

Kirche-1983

Die Aufnahme zeigt die Erstkommunionfeier mit Pfarrer Christian Krüger am 15. Mai 1983. Die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) hatte zahlreiche Umbauten erfordert. Besonders sichtbar wurden sie am vorgerückten Altar, an dem der Priester mit dem Gesicht zur Gemeinde die heilige Messe feierte, um deren Mahlcharakter zu betonen. Der Tabernakel hatte einen Platz auf einem Pfeiler vor der Wand erhalten.

2006

Das Bild vom Sonntagshochamt mit Pfarrer Dr. Ulrich Werbs am 9. Juli 2006 lässt die Umgestaltung aus dem Jahr 1988 erkennen. Die Formgebung griff die Elemente früherer Jahrzehnte wieder auf: Statuen der Evangelisten, ornamentale Ausmalung, Freilegung des Altarfensters. Neu hinzugefügt wurde seinerzeit eine Kunstschmiedearbeit, die durch einen stilisierten Weinstock den Altar mit dem Altarfenster verband.

Kirche-2006

2009

Kirche-2009

Diese Aufnahme (Sonntagsgottesdienst am 21. Juni 2009 mit Pfarrer Dr. Ulrich Werbs) macht die schlichte Gestaltung des Jahres 2008 deutlich. Nach der Entfernung der zahlreichen dekorativen Elemente steht der jetzt viel kleinere Altar näher an der Gottesdienst feiernden Gemeinde und macht die Sammlung um den Altar augenscheinlich. Der alte Tabernakel steht auf einer neuen Stele, und das bisherige ewige Licht in Ampelform wurde durch eine einfache Form ersetzt und links vom Tabernakel aufgestellt.